Ergebnisse vorstellen, gemeinsam reflektieren, weiterdenken

Am 02.06.2026 fand unser Abschlusstreffen im Projekt miteinander online statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, was aus dem gemeinsamen Forschungsprozess entstanden ist — und wie die Ergebnisse über das Projektende hinaus weiterwirken können.

Der erste Teil des Treffens war den Verbundpartnern der USI, HSF sowie von Busch-Jaeger und naymspace gewidmet. Gemeinsam blickten wir auf offene Punkte im Gesamtvorhaben, die weitere Verwertung der Ergebnisse und mögliche Transferformate. Am Nachmittag kamen Teilnehmende der Studie dazu. Dieser Teil war uns besonders wichtig: Wir wollten die Ergebnisse nicht nur innerhalb des Verbunds besprechen, sondern sie an diejenigen zurückgeben, deren Erfahrungen, Perspektiven und Reflexionen die Studie überhaupt möglich gemacht haben.

Nach der Begrüßung stellten die Verbundpartner zentrale Ergebnisse des Projekts vor. Im Fokus stand dabei, wie Technologien Verbundenheit über Distanz ermöglichen können — und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit solche Formen technologisch vermittelter Nähe als freiwillig, selbstbestimmt und bedeutungsvoll erlebt werden.

Ein zentrales Learning aus dem Projekt lautet: Verbundenheit entsteht nicht allein dadurch, dass Technologie mehr Kontakt oder mehr Sichtbarkeit ermöglicht. Vielmehr braucht gelingende Verbundenheit auch Autonomie — also die Möglichkeit, selbst mitzubestimmen, wann, wie und unter welchen Bedingungen man sich auf Nähe einlässt.

Bedeutungsvolle Verbundenheit heißt daher auch:

  1. Handlungsfähigkeit und Authentizität im Einklang mit der Beziehung zu ermöglichen.
  2. Gemeinsam auszuhandeln, was für die Beteiligten als Individuen und als Beziehung wichtig ist.
  3. Eigene Vorstellungen und Wünsche in der Beziehung ausdrücken und gestalten zu können.

Kurz gesagt: Autonomie und Verbundenheit gehören zusammen. Erst wenn beide Bedürfnisse berücksichtigt werden, können technologisch vermittelte Formen von Verbundenheit als passend, freiwillig und beziehungsstärkend erlebt werden.

Ein weiteres wichtiges Learning aus unserer Studie betrifft die Technologie selbst. Damit Technik Menschen in ihrem Alltag unterstützen kann, müssen Einstiegs- und Nutzungshürden möglichst gering sein. Die Technik sollte nicht im Mittelpunkt stehen, sondern zu einem Werkzeug werden, das verlässlich im Hintergrund arbeitet.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Transparenz und eine stabile Verbindung in Systemen entscheidend sind, um Vertrauen in ein System aufzubauen. Wenn Nutzende verstehen, wie ein System funktioniert, wann es reagiert und warum bestimmte Dinge passieren, rückt die Technologie zunehmend in den Hintergrund. Dadurch entsteht Raum für das, worum es eigentlich geht: Verbundenheit, Autonomie, persönlicher Ausdruck und Gemeinsamkeiten.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig flexible und anpassungsfähige Systeme sind. Beziehungen unterscheiden sich, Routinen unterscheiden sich und auch die Vorstellungen davon, wie Nähe über Distanz erlebt werden soll, sind sehr individuell. Systeme sollten daher nicht vorgeben, wie Verbundenheit auszusehen hat, sondern Menschen die Möglichkeit geben, sie selbst zu gestalten.

Erst wenn Technologien sich an die Bedürfnisse der Menschen anpassen – und nicht umgekehrt – können sie zu einem natürlichen Teil des Alltags werden und in bestehende Routinen, Praktiken und Beziehungen integriert werden. Genau dort entstehen die kleinen, bedeutungsvollen Momente, die Verbundenheit über Distanz erfahrbar machen.

Diese Perspektive wurde besonders im Austausch mit den Teilnehmenden greifbar. Nach der Ergebnispräsentation luden wir sie zu einer gemeinsamen Reflexion ein. Entlang von vier Fragen sammelten wir Rückmeldungen, Resonanzen und weiterführende Gedanken:

Der Austausch zeigte, wie wertvoll es ist, Forschungsergebnisse nicht nur zu präsentieren, sondern gemeinsam zu prüfen, einzuordnen und weiterzuentwickeln. Zum Abschluss richteten wir den Blick nach vorn. Auch wenn das Projekt kurz vor seinem Ende steht, bleiben viele der behandelten Fragen relevant: Wie können Forschung und Gestaltung Räume schaffen, in denen Menschen ihre eigenen Formen von Verbundenheit aushandeln können? Und wie lassen sich Projektergebnisse so weitertragen, dass sie auch außerhalb des Forschungskontexts anschlussfähig bleiben?

Wir danken allen Teilnehmenden, den Verbundpartnern und dem BMFTR für ihre Offenheit, ihr Vertrauen und ihre Beiträge zum Projekt. Das Abschlusstreffen hat noch einmal deutlich gemacht: Die Ergebnisse des Projekts sind nicht nur wissenschaftliche Befunde, sondern auch Ausgangspunkte für weitere Gespräche darüber, wie wir technologische Formen von Verbundenheit verantwortungsvoll gestalten können.


Wir haben eine Vorstudie durchgeführt. Hier gehts zum wissenschaftlichen Paper.

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