Nach den vergangenen Abschlussveranstaltung stand für uns im März direkt das nächste Highlight an: Es ging nach München zur PerDis 2026, dem 10th International Symposium on Pervasive Displays, das vom 16. bis 18. März 2026 stattfand. Die Konferenz widmet sich interaktiven, situierten und pervasiven Displays und bringt Forschende zusammen, die sich mit neuen Formen digitaler Interaktion im öffentlichen, halböffentlichen und privaten Raum beschäftigen.
Wir waren dieses Mal nicht nur als Teilnehmende vor Ort, sondern auch mit einem eigenen Vortrag vertreten: Unser Paper wurde angenommen, und wir hatten die Gelegenheit, unsere Arbeit auf der Konferenz zu präsentieren und mit anderen Forschenden zu diskutieren.
Im Mittelpunkt der PerDis stehen Fragen dazu, wie digitale Informationen und Interaktionen in reale Umgebungen eingebettet werden können. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Displays, sondern auch um Themen wie situierte Technologien, neue Interaktionsformen, urbane Anwendungen, smarte Infrastrukturen und nachhaltige Medienarchitektur. Genau diese thematische Breite macht die Konferenz so spannend.
Ein besonderes Highlight der ACM PerDis 2026 war die inspirierende Keynote von Sarah Clinch von der University of Manchester (UK). In ihrem Vortrag „Tabs, Pads, Boards and Brains: Mental Imagery as a Pervasive Display“ lud sie dazu ein, den Begriff „Display“ neu zu denken – und zwar über physische und tragbare Technologien hinaus. Im Mittelpunkt stand dabei die Idee, dass das vielleicht allgegenwärtigste Display überhaupt unser eigenes inneres Vorstellungsvermögen ist. An der Schnittstelle von menschlicher Kognition und digitalen Systemen gab Sarah Clinch Einblicke in ihren Forschungsweg und entwarf eine spannende Vision für die Zukunft pervasiver Displays: Technologien, die nicht nur unsere Umgebung erweitern, sondern auch unser Denken unterstützen.

Auch die Paper-Vorträge boten spannende Einblicke in ganz unterschiedliche Bereiche der Human-Computer Interaction. Besonders interessant war für uns eine UX-Research-Studie, die untersuchte, welches Interface Radfahrenden am besten dabei hilft, Kollisionen oder mögliche Unfälle mit Autos frühzeitig zu erkennen und so mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu schaffen. Dafür bewegten sich die Teilnehmenden in einer simulierten Umgebung mittels Virtual Reality und einem Indoor-Sportfahrrad durch verschiedene Straßenverkehrszenarien. Untersucht wurde unter anderem, welche Arten visueller Warnhinweise als angenehm, unterstützend oder eher überfordernd wahrgenommen wurden.
Ein weiterer spannender Beitrag beschäftigte sich mit GymBuddy per Chat und der Frage, wie unterschiedliche Chat-Charaktere die intrinsische Motivation beeinflussen. In einer User Study interagierten die Teilnehmenden mit dem Chat, absolvierten Sportübungen und gaben anschließend in Fragebögen und Interviews Rückmeldung dazu, welche Art von KI-Unterstützung sie als besonders motivierend empfanden.


Auch Themen rund um Big-Data-Visualisierung und Workflows in virtuellen Umgebungen spielten eine Rolle. Hier wurde untersucht, wie Menschen sich mithilfe von VR in komplexen Datenräumen bewegen können und ob dadurch ein besserer Überblick sowie ein stärkeres Verständnis für Zusammenhänge in großen Datensätzen entsteht. Gerade bei komplexen Datenstrukturen wurde deutlich, wie wichtig gute Visualisierungs- und Interaktionskonzepte sind, um Daten nicht nur sichtbar, sondern auch verständlich und erfahrbar zu machen.
Ergänzt wurden die Vorträge durch Poster Sessions, die ebenfalls viele spannende Impulse boten. So wurde zum Beispiel eine interaktive Klimadatenvisualisierung vorgestellt, bei der Daten mithilfe eines Projektors räumlich und anschaulich erfahrbar gemacht wurden. Ein anderer Beitrag beschäftigte sich mit Müllvermeidung und der Frage, wie alte Smartphones und Tablets weiterverwendet werden können, indem sie als verknüpfte Displays neu eingesetzt werden – etwa als digitale Wandbilder oder Teil eines vernetzten Displaysystems. Außerdem gab es ein Poster, das sich damit auseinandersetzte, wie Menschen über Distanz hinweg gemeinsam anstoßen können.
Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Forschungsarbeit auf der PerDis 2026 in München vorstellen konnten. Die Konferenz war für uns eine tolle Gelegenheit, unsere Forschung sichtbar zu machen, Feedback mitzunehmen und neue Verbindungen in der Community zu knüpfen. Mit vielen neuen Eindrücken und Ideen im Gepäck sind wir aus München zurückgekehrt – und nehmen davon einiges für die nächsten Schritte in unserer Arbeit mit.
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